Garten der Schmetterlinge |
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Herbstlich bunt stehen die Wälder seit geraumer Zeit da, die ersten dunklen Trauben sind gelesen und das bereits Mitte August. Durch den Rhein fließt so wenig Wasser, wie nie zuvor, die Wiesen liegen verbrannt da, die Bauern klagen über Ernteausfälle, Mensch und Tier ächzen unter Überhitzung. Dies alles und noch viel mehr sind die Folgen eines seit Mai anhaltenden Hochsommers, der belastende Hitze und extreme Dürre übers Land brachte. |
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Und ich? Nur so viel: Ich bin mit diesem Wetter gesundheitlich gar nicht klargekommen. Drum erst, als kürzlich wirklich 2-3 Tage eine Abkühlung spürbar war, endlich wieder mal raus ins Ländle und der Seele was Gutes tun. Wussten Sie, dass im Griechischen das Wort Psyche gleichbedeutend für Seele und Schmetterling ist? Na, und da mich diese Gaukler der Lüfte (s. Beitrag von Mai 2020) schon immer beseelt haben, ging es nach Bendorf, einem Städtchen zwischen Koblenz und Neuwied, zum Schloss Sayn. |
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Eingebettet im romantischen Schlossgarten liegt der Garten der Schmetterlinge. In zwei Glashäusern hat hier Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein vor 3 Jahrzehnten ein Paradies für exotische Falter aus Südamerika, Afrika und Asien geschaffen und somit ihren Mitmenschen die Möglichkeit für einen Ausflug in eine farbenprächtige Tropenlandschaft mitten in Rheinland-Pfalz. |
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Frei flattern unzählige Schmetterlinge zwischen den Besuchern von einer anlockenden Blüte zur nächsten, gleiten majestätisch durch die Luft, wie Juwelen schimmernd schweben sie umher. Dank des tropischen Klimas fühlen sie sich wohl in diesem bunten aufregenden Gärtchen, zwischen Orchideen, Blumenpracht, Palmen, Bananenstauden, plätschernden Wasserfällen. |
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Ich weiß nicht, wie viele Arten da zu hunderten durch das Gewächshaus flattern, aber es sind alles Exoten, die hier ihre neue Heimat gefunden haben und großen und auch kleinen Schmetterlings- und Naturfreunden Freude bereiten. Ihr Haus ist aus Glas, die Wege aus Stein und Kies, die zauberhaften Brücken über die Gewässer, die wuchernde Pflanzenwelt: Alles ist in einem überaus gepflegten Zustand. |
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Wer aufmerksam durch das Schmetterlingshaus läuft, entdeckt in den vielen tropischen Pflanzen aber auch welche, deren Blätter arg zerrupft aussehen. Man kann sich darüber freuen, denn es ist ein Zeichen dafür, dass die Falter aktiv in der Partnersuche sind, sich paaren und Eier legen, aus denen dann unzählige gefräßige Raupen Nimmersatt schlüpfen, welche das Blattgrün vertilgen. |
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Das Leben der Luftelfchen ist kurz…viel zu kurz, denn manchen von diesen zauberhaften Wesen ist es gegeben, nur eine einzige Woche beseelt von einer zur anderen farbenprächtigen Blüte zu taumeln, während andere Arten bis zu 4 Monaten hier ein paradiesisches Leben führen können. Umso mehr verwöhnt man sie hier: Liebevoll angerichtete Obstteller mit Bananen- und Orangenscheiben stehen verlockend bereit und da sind auch noch mit Honig getränkte Schwämme, die das Angebot an Nektar pflanzen ergänzen. |
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Oh, was für Schönheiten, ob schimmernd in einem faszinierenden blau wie der Morphofalter, oder leuchtendorange, gelb, ja, auch in pechschwarz schimmernd…alle tauchen ihren Rüssel gierig in das Angebotene und lassen sich dabei von den Besuchern nicht im Geringsten stören und gerne aus nächster Nähe betrachten. |
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Diese flüchtigen und so schnell vergänglichen Schönheiten bringen mich immer wieder zum Staunen, so anmutig mit spielendem Flügelschlag und doch geheimnisvoll. Lockend mit der Oberseite ihrer so wunderschön eingerahmten prächtigen Flügel in mannigfaltigen Farben und Mustern. Punkte, Kreise, Augen, Zacken, Linien alles in perfektem Zusammenspiel. Ein Mosaik aus Millionen winziger Schuppen, die im Licht aufleuchten wie Juwelen. Und die Unterseite? Unscheinbar, Farben wie Ruß oder Asche, denn sie soll tarnen, wenn die Flügel sich zum Schlaf schließen oder auch beim Nektar saugen. |
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Es ist einfach eine Freude, sich in den Anblick der Schmetterlinge zu versenken, sie vielleicht – frei nach Novalis --lachen zu hören, so viel entzückende Augenblicke. Aber, der Garten der Schmetterlinge, hier im Park von Schloss Sayn hat noch mehr Bewohner. Drum richten Sie Ihr Augenmerk nicht nur auf die Falter, sondern achten Sie auch darauf, wo Sie Ihren Fuß hinsetzen, denn auf den Wegen tummeln sich chinesische Zwergwachteln mit ihrem entzückenden flauschigen Nachwuchs, gerade mal tennisballgroß. Tja, und in den Wasserwelten werden Sie überrascht sein von der Vielzahl von Schildkröten jeden Alters, also jeder Größe, die dort zusammen mit Koi-Karpfen leben, und im satten Grün der Bäume sitzen kunterbunte tropische Finken. |
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Also, wie Sie lesen, ist ein Ausflug in dieses Tropenparadies so bunt wie faszinierend. Geöffnet ist es täglich von 9 bis 17 Uhr und das von Mitte März bis um 1. Advent (!!!). Erwachsene zahlen 13 Euro, für Kinder 9, wobei eine Familienkarte 39 Euro kostet und dafür kommen dann Eltern und Großeltern mit bis zu 4 Kindern rein und auch noch in das Museum im Schloss Sayn, auch an unterschiedlichen Tagen in der Saison. |
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Obwohl es vom Garten der Schmetterlinge nur wenige Meter bis zum neugotischen Schloss sind, habe ich es nicht besucht. Ich möchte es mir aufbewahren fürs nächste Mal und auch den Burgberg, wo die Stammburg der fürstlichen Familie thront und uns neben einer grandiosen Aussicht auf Rheintal und Vulkaneifel eine Falknerei mit faszinierenden Flugvorführungen erwartet. |
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Ihre R(h)eingeschmeckte |
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